Sonderregelung zu Entlastungsbeträgen läuft aus

Pflegebedürftige aller Pflegegrade haben Anspruch auf Entlastungleistungen. Diese betragen aktuell 125 Euro pro Monat. Viele Angehörige wissen leider nicht, dass Ihnen diese zur Verfügung stehen und nutzen die Entlastungsleistungen nicht. Nutzt man diese nicht, bleiben sie als Guthaben stehen und können regelmäßig noch bis zum Juni des Folgejahres eingesetzt werden.

Eine Sonderregelung, die mit der letzten Pflegereform eingeführt wurde, läuft Ende 2018 aus:

Alle bislang nicht genutzten Beträge der Betreuungs- und Entlastungsleistungen bei bestehender Pflegebedürftigkeit seit dem 1.1.2015 können noch bis zum 31.12.2018 abgerufen werden. Dadurch können teilweise sehr hohe Summen zusammenkommen.

Fragen Sie also im Zweifelsfall bei der Pflegekasse nach, ob Sie noch Ansprüche auf diese Gelder haben. Wenn Sie Informationen darüber benötigen, wie Sie diese Gelder einsetzen können, berät Sie das Amiravita-Team gern.

ACHTUNG: Die Entlastungsbeträge aus 2017 verfallen ganz normal am 30.06.2018!

Die Pflegekassen beratschlagen noch wie diese Regel zusammen mit der Sonderregel für die Jahre 2015 und 2016 umgesetzt werden soll.

70 Euro pro Woche bei Fristüberschreitung der Pflegekasse nach Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung

Laut Gesetz (§18 SGB XI) ist die Pflegekasse verpflichtet, nach einem Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung bestimmte Fristen einzuhalten. Diese Frist beträgt unter normalen Bedingungen 25 Arbeitstage. Nach Ablauf dieser 5 Wochen ab dem Tag des Antrags muss die Pflegekasse mitteilen, ob eine Pflegebedürftigkeit anerkannt wurde und in welcher Höhe. Hält sie diese Frist nicht ein, muss sie 70 Euro pro Woche an den Pflegebedürftigen zahlen, bis die Entscheidung getroffen ist. Diese Frist gilt nicht, wenn die Verzögerung durch den Antragsteller hervorgerufen wurde, also weil man z.B. den ersten vorgeschlagenen Termin zur Begutachtung nicht wahrnehmen konnte.

Unverändert gelten unter folgenden Voraussetzungen diese noch kürzere Fristen:

Befindet sich der Antragsteller im Krankenhaus oder in einer stationären Rehabilitationseinrichtung und

  1. wenn zur Sicherstellung der ambulanten oder stationären Weiterversorgung und Betreuung eine Begutachtung in der Einrichtung erforderlich ist, oder
  2. pflegende Angehörige Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz gegenüber dem Arbeitgeber der pflegenden Person angekündigt haben oder eine Familienpflegezeit vereinbart wurde

ist die Begutachtung dort unverzüglich, spätestens innerhalb einer Woche nach Eingang des Antrags bei der zuständigen Pflegekasse durchzuführen. Dies gilt auch dann, wenn der Antragsteller sich in einem Hospiz befindet oder ambulant palliativ versorgt wird.

Befindet sich der Antragsteller in häuslicher Umgebung, ohne palliativ versorgt zu werden, und Angehörige möchten Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Anspruch nehmen, ist eine Begutachtung spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang des Antrags durchzuführen.

Unserer Einschätzung nach werden die Pflegekassen große Probleme damit haben, diese Fristen durchzusetzen. Deshalb achten Sie unbedingt selbst darauf, wann der Antrag abgesendet wurde

Nachteile durch Pflegegrad 1

Alle hilfe- und pflegebedürftigen Menschen, die seit dem 01.01.2017 einen Antrag auf Leistungen der Pflegekasse gestellt haben, werden nach neuen Richtlinien begutachtet und in einen Pflegegrad eingestuft. Die neuen Begutachtungsregeln sind im Zuge des Pflegestärkungsgesetztes II Anfang dieses Jahrs eingeführt worden. Sie bestehen aus       64 Kriterien, die darüber entscheiden, ob und welchen Pflegegrad eine pflegebedürftige Person erhält. Es gibt Pflegegrad 1-5.

Die Leistungen der Pflegekasse beim niedrigsten Pflegegrad (Pflegegrad 1) sind leider sehr begrenzt. So bleibt den Betroffenen zum Beispiel der Anspruch auf ein Budget für die Finanzierung eines Pflegedienstes oder einer Tagespflegeeinrichtung verwehrt. Doch gerade solche Leistungen sind für Menschen, die aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen auf Hilfe angewiesen sind, sehr entscheidend.

Erste Statistiken haben gezeigt, dass etwa 33% der Personen, die einen Pflegegrad erhalten haben, in den Pflegegrad 1 eingestuft wurden. Das ist unserer Einschätzung nach ein besorgniserregend hoher Anteil an „Pflegebedürftigen“, die nur auf sehr begrenzte Unterstützung der Pflegekasse zurückgreifen können.

Zum Vergleich: Bei Pflegegrad 1 stehen der pflegebedürftigen Person 1.500 Euro zur Verfügung, die für Unterstützungsleistungen eingesetzt werden können (ohne Hilfsmittel). Bei Pflegegrad 2 können Betroffene 21.260 Euro für Pflege- und Unterstützungsleistungen pro Jahr einsetzen (ebenfalls ohne Hilfsmittel). Der Unterschied ist enorm.

Die finanziellen Einschränkungen führen mit dazu, dass die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen sehr viel der Pflege selbst leisten müssen. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird dadurch für viele Angehörigen zu einer großen Herausforderung.

In unseren Pflegeberatungen haben wir in diesem Jahr schon häufig erlebt, dass die Familie verzweifelt war, wenn nur ein Pflegegrad 1 anerkannt wurde. In vielen begründeten Fällen konnten wir die Betroffenen dabei unterstützen, einen Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen, um die Situation erneut beurteilen zu lassen.

Gerade weil das neue Begutachtungssystem sehr komplex ist, ist es für viele schwer nachzuvollziehen, wie der Unterstützungsbedarf Ihres Angehörigen dem Gutachter gegenüber am besten dargestellt werden muss.

Beschäftigte unserer Kunden können sich durch Gespräche mit den erfahrenen Amiravita-Beraterinnen optimal auf eine Begutachtung zur Einstufung in einen Pflegegrad vorbereiten. Das Wohlergehen unserer Kunden und deren pflegebedürftiger Angehöriger dient uns dabei als große Motivation.

 

 

Änderungen durch das Pflegestärkungsgesetz ab 2017

Durch das Pflegestärkungsgesetz sollen Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und beruflich Pflegende gestärkt werden. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wächst stetig weiter und mit ihr die Aufgabe, die es gesamtgesellschaftlich zu bewältigen gilt.

Mit dem 1. Januar 2017 wird die Pflegeversicherung noch einmal gründlich verändert. Statt bisher 3 Pflegestufen und eingeschränkter Alltagskompetenz wird es dann 5 Pflegegrade geben.

Menschen, die schon vorher in einer Pflegestufe eingruppiert worden sind, werden automatisch in einen Pflegegrad übergeleitet. Alle Anträge auf eine Begutachtung durch den MDK bis zum 31.12.2016 werden nach den alten Begutachtungsrichtlinien eingestuft, egal, wann genau die Begutachtung stattfindet. Erfolgt die Beantragung auf einen Pflegegrad ab dem 01.01.2017 werden automatisch die neuen Richtlinien angewandt.

Viele werden profitieren durch die neuen Regelungen. Es gibt einen Besitzstandsschutz für bereits bestehende Pflegebedürftigkeit und Wiederholungsprüfungen werden vorerst nicht stattfinden. Das bedeutet, dass auch jeder, der im Augenblick nur eine befristete Pflegestufe zugesprochen bekommen hat, diese behalten wird.

Die meisten bekommen mehr Geld. So erhält z.B. ein Mensch, der aktuell in Pflegestufe 0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz eingestuft ist, automatisch ab dem 01.01.2017   193 Euro mehr Pflegegeld, 458 Euro mehr zu den Pflegesachleistungen (Pflege durch einen Pflegedienst) und 539 € mehr Zuschuss zur vollstationären Unterbringung in einem Pflegeheim. Überhaupt wird mehr auf die geistigen, kognitiven und psychischen Fähigkeiten eines Menschen eingegangen und so werden vor allem Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen besser berücksichtigt.

Benachteiligt werden Menschen, die vorwiegend körperliche Einschränkungen haben. Diese werden in der Gewichtung zurückgeschraubt, sodass es künftig schwer werden dürfte, unter diesen Umständen einen hohen Pflegegrad zu erzielen. Deshalb sollten diese Menschen besser noch vor dem 31.12.16 einen Antrag auf eine Pflegestufe stellen.

Auch bei der Bezuschussung für ein Pflegeheim wird sich einiges ändern. Künftig wird man hausintern immer die gleiche Zuzahlung leisten, egal, in welchen Pflegegrad man eingestuft worden ist. Teurer als jetzt wird es für Pflegestufe 1 (294€ pro Monat) und ein wenig auch in 2 (68 € pro Monat) ohne eingeschränkte Alltagskompetenz. Wer einen Einzug ins Pflegeheim erwägt und in Pflegestufe 1 ist, sollte von daher besser noch in diesem Jahr versuchen, einen Platz zu bekommen. Denn alle haben einen Besitzstandsschutz bei der Überleitung, die Differenz übernimmt dann die Pflegekasse. Durch diesen Schutz sind vermutlich auch hier keine Wiederholungsprüfungen zu erwarten, es sei denn, es wird eine Höherstufung beantragt.

Verändern werden sich auch die Betreuungs- und Entlastungsbeträge. Da die einge-schränkte Alltagkompetenz künftig nicht mehr separat beurteilt, sondern Bestandteil des Pflegegrades sein wird, gibt es künftig nur noch einen einheitlichen Betrag von 125 €. Da aber die Leistungen alle erhöht wurden, ergibt sich daraus nur ein Nachteil für Pflegestufe 3 mit Härtefallregelung. Und auch hier gibt es Bestandsschutz und finanziellen Ausgleich durch die Pflegekassen.

Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen werden aufgrund der zahlreichen Veränderungen viele Fragen aufkommen. Das Amiravita Team ist bestens vorbereitet  und alle Kunden und Betroffenen optimal unterstützen.

Studie Monitor Familienleben 2012

Die Deutschen sehen die Unternehmen und den Staat gleichermaßen gefordert, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Das geht aus der Studie „Monitor Familienleben 2012“ hervor, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums vom Allensbach-Institut erstellt wurde.

Wir haben für Sie die Kernergebnisse zusammengefasst:

  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt eine der wichtigsten Aufgaben der Familienpolitik. Über 87 Prozent der Bevölkerung finden diese Aufgabe wichtig oder sehr wichtig.
  • 69 Prozent der Befragten sind der Ansicht, Staat und Unternehmen seien gleichermaßen in der Pflicht, eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.
  • Über 89 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass ein familienfreundlicher Betrieb vor allem flexible Arbeitszeiten bereithalten sollte.
  • 68 Prozent der Befragten wünschen sich Unterstützung durch die Politik für die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause.
  • 57 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass ein familienfreundlicher Betrieb die Betreuung und Pflege von Familienangehörigen ermöglichen sollte.
  • 61 Prozent der Befragten wünschen sich, dass ihr Betrieb eine eigene Kinderbetreuung für die Mitarbeiter anbietet.

Die Ergebnisse des Monitor Familienleben 2012 zeigen sehr deutlich, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht mehr nur die Vereinbarkeit von Beruf und Kind beinhaltet. Auch wenn die Mehrzahl der Bevölkerung sich noch eine weitere Verbesserung der Unterstützung bei dem Thema Beruf und Kind wünscht, so fordern auch schon mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine aktive Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowohl vom Staat als auch von Arbeitgebern.

Nach unseren Erfahrungen mit Unternehmen und betroffenen Mitarbeitern wird besonders die Beratung und Unterstützung bei Pflege-relevanten Themen äußerst positiv wahrgenommen. Durch eine professionelle Pflegeberatung kann zum Beispiel die Chance auf finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse erhöht werden.