Nachteile durch Pflegegrad 1

Alle hilfe- und pflegebedürftigen Menschen, die seit dem 01.01.2017 einen Antrag auf Leistungen der Pflegekasse gestellt haben, werden nach neuen Richtlinien begutachtet und in einen Pflegegrad eingestuft. Die neuen Begutachtungsregeln sind im Zuge des Pflegestärkungsgesetztes II Anfang dieses Jahrs eingeführt worden. Sie bestehen aus       64 Kriterien, die darüber entscheiden, ob und welchen Pflegegrad eine pflegebedürftige Person erhält. Es gibt Pflegegrad 1-5.

Die Leistungen der Pflegekasse beim niedrigsten Pflegegrad (Pflegegrad 1) sind leider sehr begrenzt. So bleibt den Betroffenen zum Beispiel der Anspruch auf ein Budget für die Finanzierung eines Pflegedienstes oder einer Tagespflegeeinrichtung verwehrt. Doch gerade solche Leistungen sind für Menschen, die aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen auf Hilfe angewiesen sind, sehr entscheidend.

Erste Statistiken haben gezeigt, dass etwa 33% der Personen, die einen Pflegegrad erhalten haben, in den Pflegegrad 1 eingestuft wurden. Das ist unserer Einschätzung nach ein besorgniserregend hoher Anteil an „Pflegebedürftigen“, die nur auf sehr begrenzte Unterstützung der Pflegekasse zurückgreifen können.

Zum Vergleich: Bei Pflegegrad 1 stehen der pflegebedürftigen Person 1.500 Euro zur Verfügung, die für Unterstützungsleistungen eingesetzt werden können (ohne Hilfsmittel). Bei Pflegegrad 2 können Betroffene 21.260 Euro für Pflege- und Unterstützungsleistungen pro Jahr einsetzen (ebenfalls ohne Hilfsmittel). Der Unterschied ist enorm.

Die finanziellen Einschränkungen führen mit dazu, dass die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen sehr viel der Pflege selbst leisten müssen. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird dadurch für viele Angehörigen zu einer großen Herausforderung.

In unseren Pflegeberatungen haben wir in diesem Jahr schon häufig erlebt, dass die Familie verzweifelt war, wenn nur ein Pflegegrad 1 anerkannt wurde. In vielen begründeten Fällen konnten wir die Betroffenen dabei unterstützen, einen Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen, um die Situation erneut beurteilen zu lassen.

Gerade weil das neue Begutachtungssystem sehr komplex ist, ist es für viele schwer nachzuvollziehen, wie der Unterstützungsbedarf Ihres Angehörigen dem Gutachter gegenüber am besten dargestellt werden muss.

Beschäftigte unserer Kunden können sich durch Gespräche mit den erfahrenen Amiravita-Beraterinnen optimal auf eine Begutachtung zur Einstufung in einen Pflegegrad vorbereiten. Das Wohlergehen unserer Kunden und deren pflegebedürftiger Angehöriger dient uns dabei als große Motivation.

 

 

Neuerungen und Unsicherheiten durch das Pflegestärkungsgesetz 2017

Mit dem 01.01.2017 sind viele Änderungen durch den zweiten Teil des Pflegestärkungsgesetzes in Kraft getreten: Viele Leistungen der Pflegekasse haben sich erhöht. Pflegebedürftige erhalten nun „Pflegegrade“ statt Pflegestufen. Es gibt neue Kriterien, die entscheidend sind, welchen Pflegegrad man erhält. Es wurde darauf geachtet, dass es nicht zu einer Benachteiligung der Anspruchsberechtigen kommt, die bereits vor 2017 Leistungen durch die Pflegekasse bezogen haben. Niemand darf im Jahr 2017 insgesamt weniger Leistungen erhalten als im Jahr 2016.

Auch wenn viele dieser Änderungen sehr begrüßungswert sind, fällt uns als Pflegeexperten auf, dass die Änderungen eine Reihe von Unklarheiten und Fragen mit sich gebracht haben. Vor allem das neuen Begutachtungssystem ist für viele Antragssteller und ihre Angehörigen undurchsichtig und schwer nachvollziehbar. Das neue Begutachtungssystem (NBA) ist mit seinen 64 Kriterien sehr komplex und wirft durch die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Kriterien in der Gesamtbewertung viele Fragen auf. Teils ist die Verunsicherung so groß, dass den Betroffenen nicht klar ist, ob überhaupt ein Antrag auf Leistungen der Pflegekasse gestellt werden sollte. Hierdurch kann sich die Pflegesituation weiter verschlechtern und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf der Angehörigen zusätzlich erschwert werden.

Auch die Kommunikation der neuen Pflegekosten und Leistungen der Pflegekasse verläuft nicht optimal. Die Mitteilungen der Pflegeheime in Bezug auf den einheitlichen Eigenanteil, der seit 2017 von allen Pflegebedürftigen in gleicher Höhe geleistet werden muss, sind oft unverständlich geschrieben und können von den Betroffenen nur schwer nachvollzogen werden. Dadurch werden die Ängste vor zu hohen Heimkosten geschürt.

Der erhöhte Informationsbedarf, den wir von Amiravita in unseren Beratungsgesprächen erleben, motiviert uns zusätzlich, unser Wissen kontinuierlich auszubauen und es den Betroffenen in klarer und verständlicher Form zu vermitteln. Unser Ziel ist es, dazu beizutragen, dass die Unsicherheiten verschwinden und die pflegenden Angehörigen wissen, auf welche Leistungen ihre hilfebedürftigen Familienmitglieder einen Anspruch haben und wie sie diesen geltend machen können.

Wir freuen uns auf die neuen Aufgaben, die auf uns zukommen, und werden unsere Kunden auch im Jahr 2017 optimal unterstützen.

Änderungen durch das Pflegestärkungsgesetz ab 2017

Durch das Pflegestärkungsgesetz sollen Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und beruflich Pflegende gestärkt werden. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wächst stetig weiter und mit ihr die Aufgabe, die es gesamtgesellschaftlich zu bewältigen gilt.

Mit dem 1. Januar 2017 wird die Pflegeversicherung noch einmal gründlich verändert. Statt bisher 3 Pflegestufen und eingeschränkter Alltagskompetenz wird es dann 5 Pflegegrade geben.

Menschen, die schon vorher in einer Pflegestufe eingruppiert worden sind, werden automatisch in einen Pflegegrad übergeleitet. Alle Anträge auf eine Begutachtung durch den MDK bis zum 31.12.2016 werden nach den alten Begutachtungsrichtlinien eingestuft, egal, wann genau die Begutachtung stattfindet. Erfolgt die Beantragung auf einen Pflegegrad ab dem 01.01.2017 werden automatisch die neuen Richtlinien angewandt.

Viele werden profitieren durch die neuen Regelungen. Es gibt einen Besitzstandsschutz für bereits bestehende Pflegebedürftigkeit und Wiederholungsprüfungen werden vorerst nicht stattfinden. Das bedeutet, dass auch jeder, der im Augenblick nur eine befristete Pflegestufe zugesprochen bekommen hat, diese behalten wird.

Die meisten bekommen mehr Geld. So erhält z.B. ein Mensch, der aktuell in Pflegestufe 0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz eingestuft ist, automatisch ab dem 01.01.2017   193 Euro mehr Pflegegeld, 458 Euro mehr zu den Pflegesachleistungen (Pflege durch einen Pflegedienst) und 539 € mehr Zuschuss zur vollstationären Unterbringung in einem Pflegeheim. Überhaupt wird mehr auf die geistigen, kognitiven und psychischen Fähigkeiten eines Menschen eingegangen und so werden vor allem Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen besser berücksichtigt.

Benachteiligt werden Menschen, die vorwiegend körperliche Einschränkungen haben. Diese werden in der Gewichtung zurückgeschraubt, sodass es künftig schwer werden dürfte, unter diesen Umständen einen hohen Pflegegrad zu erzielen. Deshalb sollten diese Menschen besser noch vor dem 31.12.16 einen Antrag auf eine Pflegestufe stellen.

Auch bei der Bezuschussung für ein Pflegeheim wird sich einiges ändern. Künftig wird man hausintern immer die gleiche Zuzahlung leisten, egal, in welchen Pflegegrad man eingestuft worden ist. Teurer als jetzt wird es für Pflegestufe 1 (294€ pro Monat) und ein wenig auch in 2 (68 € pro Monat) ohne eingeschränkte Alltagskompetenz. Wer einen Einzug ins Pflegeheim erwägt und in Pflegestufe 1 ist, sollte von daher besser noch in diesem Jahr versuchen, einen Platz zu bekommen. Denn alle haben einen Besitzstandsschutz bei der Überleitung, die Differenz übernimmt dann die Pflegekasse. Durch diesen Schutz sind vermutlich auch hier keine Wiederholungsprüfungen zu erwarten, es sei denn, es wird eine Höherstufung beantragt.

Verändern werden sich auch die Betreuungs- und Entlastungsbeträge. Da die einge-schränkte Alltagkompetenz künftig nicht mehr separat beurteilt, sondern Bestandteil des Pflegegrades sein wird, gibt es künftig nur noch einen einheitlichen Betrag von 125 €. Da aber die Leistungen alle erhöht wurden, ergibt sich daraus nur ein Nachteil für Pflegestufe 3 mit Härtefallregelung. Und auch hier gibt es Bestandsschutz und finanziellen Ausgleich durch die Pflegekassen.

Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen werden aufgrund der zahlreichen Veränderungen viele Fragen aufkommen. Das Amiravita Team ist bestens vorbereitet  und alle Kunden und Betroffenen optimal unterstützen.

Verbesserungen durch die Pflegereform

Um eine Verbesserung der Pflegesituation in Deutschland zu erreichen, hat die Bunderegierung das Thema Pflege als einen wichtigen Schwerpunkt benannt Es sollen insgesamt fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr zur Verfügung gestellt werden, wodurch die Leistungen für Pflegebedürftige verbessert werden können.

Bereits im Januar 2015 soll die erste Stufe der Pflegereform in Kraft treten, die mehr Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit sich bringen wird. Um die Leistungsverbesserung zu finanzieren soll der Beitragssatz der Pflegeversicherung parallel in einem ersten Schritt um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent und 2,6 Prozent für Kinderlose ansteigen. Die vorgesehenen Leistungsverbesserungen werden mit den Einnahmen aus 0,2 Prozentpunkten (2,4 Milliarden Euro jährlich) finanziert. Davon fließen 1,4 Milliarden Euro in Verbesserungen für die Pflege zu Hause und 1 Milliarde Euro stehen für Verbesserungen in Pflegeheimen zur Verfügung. Außerdem wird ein Pflegevorsorgefonds angelegt, welcher einen künftigen Beitragsanstieg abmildern soll, wenn die geburtenstarken Jahrgänge – etwa ab dem Jahr 2030 – das Pflegealter erreichen.

Im Rahmen der zweiten Stufe werden die Beiträge zur Pflegeversicherung nochmals um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Durch diese beiden Beitragssatzerhöhungen stehen insgesamt fast fünf Milliarden Euro mehr für Verbesserungen der Pflegeleistungen zur Verfügung. Die Leistungen der Pflegeversicherung können dadurch um etwa 20 Prozent ausgeweitet werden.

Um die Veränderungen umzusetzen, soll eine Änderung von bestehenden Strukturen erfolgen. Diesbezüglich erfolgte bereits im Juni 2013 eine konkrete Ausgestaltung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes in Deutschland. Diese sieht mitunter vor, dass das bisherige System von drei Pflegestufen durch fünf „Pflegegrade“ ersetzt wird. Neben körperlichen Einschränkungen werden auch Einschränkungen einbezogen, die etwa bei Demenzkranken häufig vorkommen, was dazu beitragen soll, dass der individuelle Unterstützungsbedarf jedes Pflegebedürftigen besser erfasst wird. Um das neue Begutachtungsverfahren wissenschaftlich zu überprüfen wurde seitens des BMG im April 2014 die Zustimmung für eine Erprobungsphase mit zwei Modellprojekten gegeben. Nachdem das Personal des MDK angemessen geschult wurde, sollen die neue Form der Begutachtung in allen Bundesländer erprobt werden. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff soll bereits in dieser Legislaturperiode eingeführt werden.

Auch wenn die geplanten Veränderungen durchaus als positiv zu bewerten sind, ist es fraglich, ob die für die Realisierung notwendigen Aktivitäten durch die Bundeländer zeitnah erfolgen werden. Bereits während der letzten Pflegereformen wurde die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes angekündigt, was Zweifel daran aufkommen lässt ob die Einführung im Verlauf dieser Legislaturperiode tatsächlich umgesetzt wird. Des Weiteren ist zu befürchten, dass die Vielzahl der Leistungen und die diversen Kombinations- und Abrechnungsmöglichkeiten aufgrund ihrer Komplexität sowohl Anbieter als auch potenzielle Nutzer abschrecken könnte. Nicht außer Acht zu lassen ist zudem der organisatorische Aufwand zur Umstellung auf die neuen Regelungen, der für die Pflegeanbieter hohe Belastungen bedeutet.

Abschließend ist somit festzuhalten, dass es richtig und notwendig ist, neue Leistungen für Pflegebedürftige einzuführen. Welche Leistungen genau die neue Pflegereform mit sich bringt, wird hier demnächst vorgestellt werden. Die Vorgehensweise zur Einführung der neuen Regelungen sollte optimiert werden, um die Reformen zeitnah umzusetzen und auch den Umstellungsaufwand zu minimieren.

Mehr Transparenz bei Pflegeheimen in 2014

Einige Änderungen durch das Pflegeneuausrichtungsgesetz,das zu großen Teilen bereits im letzten Jahr in Kraft getreten ist, sind erst im Jahr 2014 wirksam geworden. Es handelt sich um Änderungen, die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen künftig mehr Transparenz in Bezug auf die Auswahl eines Pflegheims bieten.

Hiernach sind vollstationäre Einrichtungen seit Beginn des Jahres dazu verpflichtet, im Anschluss an eine Regelprüfung  darüber zu informieren, wie die ärztliche, fachärztliche und zahnärztliche Versorgung sowie die Versorgung mit Arzneimitteln in dem Pflegeheim geregelt sind. Zudem sollen die Einrichtungen darauf hinweisen, ob Kooperationsvereinbarungen mit Ärzten und Apotheken bestehen oder ob eine Einbindung in ein Ärztenetz besteht.

Diese Informationen können für die Betroffenen wichtige Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Heimplatzes darstellen, da neben der kontinuierlichen Versorgung durch einen Hausarzt die Möglichkeit einen Facharzt zeitnah zu konsultieren von entscheidender Bedeutung ist.

Die Pflegekassen sind in diesem Kontext laut Gesetz dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass die genannten Informationen künftig in einer leicht verständlichen und übersichtlichen Form abgerufen werden können.

Die Transparenz zur Qualität von Pflegeanbietern in Deutschland ist nach wie vor sehr begrenzt. Deswegen ist jeder weitere Schritt zu mehr Transparenz ein wichtiger. Trotz allem müssen in Zukunft noch weitere Maßnahmen eingeführt werden, damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen eine bessere Einsicht in die Qualität der Pflegeanbieter erhalten. Das wird auch dazu führen, dass sich die Qualität in Pflegeeinrichtungen erhöht.