Sonderregelung zu Entlastungsbeträgen läuft aus

Pflegebedürftige aller Pflegegrade haben Anspruch auf Entlastungleistungen. Diese betragen aktuell 125 Euro pro Monat. Viele Angehörige wissen leider nicht, dass Ihnen diese zur Verfügung stehen und nutzen die Entlastungsleistungen nicht. Nutzt man diese nicht, bleiben sie als Guthaben stehen und können regelmäßig noch bis zum Juni des Folgejahres eingesetzt werden.

Eine Sonderregelung, die mit der letzten Pflegereform eingeführt wurde, läuft Ende 2018 aus:

Alle bislang nicht genutzten Beträge der Betreuungs- und Entlastungsleistungen bei bestehender Pflegebedürftigkeit seit dem 1.1.2015 können noch bis zum 31.12.2018 abgerufen werden. Dadurch können teilweise sehr hohe Summen zusammenkommen.

Fragen Sie also im Zweifelsfall bei der Pflegekasse nach, ob Sie noch Ansprüche auf diese Gelder haben. Wenn Sie Informationen darüber benötigen, wie Sie diese Gelder einsetzen können, berät Sie das Amiravita-Team gern.

ACHTUNG: Die Entlastungsbeträge aus 2017 verfallen ganz normal am 30.06.2018!

Die Pflegekassen beratschlagen noch wie diese Regel zusammen mit der Sonderregel für die Jahre 2015 und 2016 umgesetzt werden soll.

70 Euro pro Woche bei Fristüberschreitung der Pflegekasse nach Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung

Laut Gesetz (§18 SGB XI) ist die Pflegekasse verpflichtet, nach einem Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung bestimmte Fristen einzuhalten. Diese Frist beträgt unter normalen Bedingungen 25 Arbeitstage. Nach Ablauf dieser 5 Wochen ab dem Tag des Antrags muss die Pflegekasse mitteilen, ob eine Pflegebedürftigkeit anerkannt wurde und in welcher Höhe. Hält sie diese Frist nicht ein, muss sie 70 Euro pro Woche an den Pflegebedürftigen zahlen, bis die Entscheidung getroffen ist. Diese Frist gilt nicht, wenn die Verzögerung durch den Antragsteller hervorgerufen wurde, also weil man z.B. den ersten vorgeschlagenen Termin zur Begutachtung nicht wahrnehmen konnte.

Unverändert gelten unter folgenden Voraussetzungen diese noch kürzere Fristen:

Befindet sich der Antragsteller im Krankenhaus oder in einer stationären Rehabilitationseinrichtung und

  1. wenn zur Sicherstellung der ambulanten oder stationären Weiterversorgung und Betreuung eine Begutachtung in der Einrichtung erforderlich ist, oder
  2. pflegende Angehörige Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz gegenüber dem Arbeitgeber der pflegenden Person angekündigt haben oder eine Familienpflegezeit vereinbart wurde

ist die Begutachtung dort unverzüglich, spätestens innerhalb einer Woche nach Eingang des Antrags bei der zuständigen Pflegekasse durchzuführen. Dies gilt auch dann, wenn der Antragsteller sich in einem Hospiz befindet oder ambulant palliativ versorgt wird.

Befindet sich der Antragsteller in häuslicher Umgebung, ohne palliativ versorgt zu werden, und Angehörige möchten Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Anspruch nehmen, ist eine Begutachtung spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang des Antrags durchzuführen.

Unserer Einschätzung nach werden die Pflegekassen große Probleme damit haben, diese Fristen durchzusetzen. Deshalb achten Sie unbedingt selbst darauf, wann der Antrag abgesendet wurde

Neue Regeln für die Entlassung aus dem Krankenhaus

Wenn Patienten aus dem Krankenhaus entlassen werden, fühlen sich viele auf die Zeit im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt schlecht vorbereitet.

Obwohl das sogenannte „Entlassmanagement“ bereits seit 2012 Bestandteil der Versorgungsgesetzgebung war, gab es bislang in der Praxis erhebliche Mängel. Zum 01.10.2017 sind nun Änderungen des Rahmenvertrages Entlassmanagement in Kraft getreten. Ziel ist es, so heißt es in diesem Vertrag, „die bedarfsgerechte, kontinuierliche Versorgung der Patienten im Anschluss an die Krankenhausbehandlung zu gewährleisten“.

Das bedeutet, dass sich in Zukunft kein Krankenhaus mehr weigern kann, Rezepte über Medikamente, Verordnungen über häusliche Krankenpflege, für Hilfs- und Heilmittel und sogar eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei Bedarf für max. die ersten 7 Tage nach Entlassung auszustellen.

Der Patient hat ein Recht auf Entlassmanagement. Jedem Patienten muss ein solches angeboten werden. Wenn es keinen Bedarf gibt, muss ein entsprechender Vermerk in die Patientenakte eingetragen werden. Der Patient muss ausdrücklich sein Einverständnis zum Entlassmanagement mit seiner Unterschrift bekunden. Wenn Sie also pflegebedürftige Angehörige ins Krankenhaus bringen müssen, fragen Sie rechtzeitig vor der Entlassung nach einem Entlassmanagement. Denken Sie in diesem Zusammenhang auch bitte an die Ausstellung einer Vollmacht, damit Angehörige diese Unterschrift leisten können, wenn der Patient das nicht mehr kann (zum Beispiel aufgrund einer Demenzerkrankung).

Diese gesetzliche Entwicklung sehen wir von Amiravita positiv, weil es nun eine weitere rechtliche Grundlage gibt, auf die man sich berufen kann, wenn eine pflegebedürftige Person spontan entlassen werden soll.

Dennoch stehen wir der Umsetzung in die Praxis noch skeptisch gegenüber, da viele neue Aspekte sich erst einmal in die bestehenden Strukturen einfügen müssen. Wir sind dazu bereit unsere Kunden umfangreich auf die Besonderheiten im Krankenhaus vorzubereiten und Ihnen in der Situation selbst unterstützend zur Seite zu stehen.

Neuerungen und Unsicherheiten durch das Pflegestärkungsgesetz 2017

Mit dem 01.01.2017 sind viele Änderungen durch den zweiten Teil des Pflegestärkungsgesetzes in Kraft getreten: Viele Leistungen der Pflegekasse haben sich erhöht. Pflegebedürftige erhalten nun „Pflegegrade“ statt Pflegestufen. Es gibt neue Kriterien, die entscheidend sind, welchen Pflegegrad man erhält. Es wurde darauf geachtet, dass es nicht zu einer Benachteiligung der Anspruchsberechtigen kommt, die bereits vor 2017 Leistungen durch die Pflegekasse bezogen haben. Niemand darf im Jahr 2017 insgesamt weniger Leistungen erhalten als im Jahr 2016.

Auch wenn viele dieser Änderungen sehr begrüßungswert sind, fällt uns als Pflegeexperten auf, dass die Änderungen eine Reihe von Unklarheiten und Fragen mit sich gebracht haben. Vor allem das neuen Begutachtungssystem ist für viele Antragssteller und ihre Angehörigen undurchsichtig und schwer nachvollziehbar. Das neue Begutachtungssystem (NBA) ist mit seinen 64 Kriterien sehr komplex und wirft durch die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Kriterien in der Gesamtbewertung viele Fragen auf. Teils ist die Verunsicherung so groß, dass den Betroffenen nicht klar ist, ob überhaupt ein Antrag auf Leistungen der Pflegekasse gestellt werden sollte. Hierdurch kann sich die Pflegesituation weiter verschlechtern und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf der Angehörigen zusätzlich erschwert werden.

Auch die Kommunikation der neuen Pflegekosten und Leistungen der Pflegekasse verläuft nicht optimal. Die Mitteilungen der Pflegeheime in Bezug auf den einheitlichen Eigenanteil, der seit 2017 von allen Pflegebedürftigen in gleicher Höhe geleistet werden muss, sind oft unverständlich geschrieben und können von den Betroffenen nur schwer nachvollzogen werden. Dadurch werden die Ängste vor zu hohen Heimkosten geschürt.

Der erhöhte Informationsbedarf, den wir von Amiravita in unseren Beratungsgesprächen erleben, motiviert uns zusätzlich, unser Wissen kontinuierlich auszubauen und es den Betroffenen in klarer und verständlicher Form zu vermitteln. Unser Ziel ist es, dazu beizutragen, dass die Unsicherheiten verschwinden und die pflegenden Angehörigen wissen, auf welche Leistungen ihre hilfebedürftigen Familienmitglieder einen Anspruch haben und wie sie diesen geltend machen können.

Wir freuen uns auf die neuen Aufgaben, die auf uns zukommen, und werden unsere Kunden auch im Jahr 2017 optimal unterstützen.

Änderungen durch das Pflegestärkungsgesetz ab 2017

Durch das Pflegestärkungsgesetz sollen Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und beruflich Pflegende gestärkt werden. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wächst stetig weiter und mit ihr die Aufgabe, die es gesamtgesellschaftlich zu bewältigen gilt.

Mit dem 1. Januar 2017 wird die Pflegeversicherung noch einmal gründlich verändert. Statt bisher 3 Pflegestufen und eingeschränkter Alltagskompetenz wird es dann 5 Pflegegrade geben.

Menschen, die schon vorher in einer Pflegestufe eingruppiert worden sind, werden automatisch in einen Pflegegrad übergeleitet. Alle Anträge auf eine Begutachtung durch den MDK bis zum 31.12.2016 werden nach den alten Begutachtungsrichtlinien eingestuft, egal, wann genau die Begutachtung stattfindet. Erfolgt die Beantragung auf einen Pflegegrad ab dem 01.01.2017 werden automatisch die neuen Richtlinien angewandt.

Viele werden profitieren durch die neuen Regelungen. Es gibt einen Besitzstandsschutz für bereits bestehende Pflegebedürftigkeit und Wiederholungsprüfungen werden vorerst nicht stattfinden. Das bedeutet, dass auch jeder, der im Augenblick nur eine befristete Pflegestufe zugesprochen bekommen hat, diese behalten wird.

Die meisten bekommen mehr Geld. So erhält z.B. ein Mensch, der aktuell in Pflegestufe 0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz eingestuft ist, automatisch ab dem 01.01.2017   193 Euro mehr Pflegegeld, 458 Euro mehr zu den Pflegesachleistungen (Pflege durch einen Pflegedienst) und 539 € mehr Zuschuss zur vollstationären Unterbringung in einem Pflegeheim. Überhaupt wird mehr auf die geistigen, kognitiven und psychischen Fähigkeiten eines Menschen eingegangen und so werden vor allem Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen besser berücksichtigt.

Benachteiligt werden Menschen, die vorwiegend körperliche Einschränkungen haben. Diese werden in der Gewichtung zurückgeschraubt, sodass es künftig schwer werden dürfte, unter diesen Umständen einen hohen Pflegegrad zu erzielen. Deshalb sollten diese Menschen besser noch vor dem 31.12.16 einen Antrag auf eine Pflegestufe stellen.

Auch bei der Bezuschussung für ein Pflegeheim wird sich einiges ändern. Künftig wird man hausintern immer die gleiche Zuzahlung leisten, egal, in welchen Pflegegrad man eingestuft worden ist. Teurer als jetzt wird es für Pflegestufe 1 (294€ pro Monat) und ein wenig auch in 2 (68 € pro Monat) ohne eingeschränkte Alltagskompetenz. Wer einen Einzug ins Pflegeheim erwägt und in Pflegestufe 1 ist, sollte von daher besser noch in diesem Jahr versuchen, einen Platz zu bekommen. Denn alle haben einen Besitzstandsschutz bei der Überleitung, die Differenz übernimmt dann die Pflegekasse. Durch diesen Schutz sind vermutlich auch hier keine Wiederholungsprüfungen zu erwarten, es sei denn, es wird eine Höherstufung beantragt.

Verändern werden sich auch die Betreuungs- und Entlastungsbeträge. Da die einge-schränkte Alltagkompetenz künftig nicht mehr separat beurteilt, sondern Bestandteil des Pflegegrades sein wird, gibt es künftig nur noch einen einheitlichen Betrag von 125 €. Da aber die Leistungen alle erhöht wurden, ergibt sich daraus nur ein Nachteil für Pflegestufe 3 mit Härtefallregelung. Und auch hier gibt es Bestandsschutz und finanziellen Ausgleich durch die Pflegekassen.

Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen werden aufgrund der zahlreichen Veränderungen viele Fragen aufkommen. Das Amiravita Team ist bestens vorbereitet  und alle Kunden und Betroffenen optimal unterstützen.

Geplantes Gesetz zur Verbesserung der Hospiz und Palliativversorgung in Deutschland

In der letzten Lebensphase eines schwerkranken Menschen ist es wichtig, dass eine individuelle Versorgung mit einer fürsorglichen Pflege und Betreuung gewährleistet werden kann. Es gibt in Deutschland zahlreiche Angebote sowohl für die ambulante als auch für die stationäre Palliativversorgung, über die uns die Angehörigen von kranken Menschen sehr positiv berichten. Es gibt jedoch Verbesserungsmöglichkeiten und Finanzierungslücken: Die Palliativversorgung ist kein flächendeckendes Angebot. Gerade in ländlichen und strukturschwachen Regionen fehlt es an ausreichenden Angeboten. Die Vernetzung der pflegerischen, medizinischen und palliativen Versorgung und Begleitung sowie die Kooperation der unterschiedlichen Leistungserbringer sind nur unzureichend ausgeprägt.

Um diesen Problemen zu begegnen und somit die Versorgung schwerstkranker Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu verbessern, wurde kürzlich der Entwurf eines „Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz und Palliativversorgung in Deutschland“ verabschiedet. Dieser Gesetzentwurf sieht neben Neuerungen in den Bereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung und den Strukturen des Krankenhauses, Verbesserungen in der ambulanten und stationären Hospizversorgung vor.

Im Einzelnen, sollen die folgenden Regelungen in Kraft treten:

  • Aufnahme der Palliativversorgung in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung – Steigerung der Qualität der bestehenden Palliativversorgung.
  • Auftrag an den gemeinsamen Bundesausschuss, die einzelnen Leistungen der Palliativpflege in der bestehenden Richtlinie über die Verordnung häuslicher Krankenpflege zu konkretisieren.
  • Einführung eines Schiedsverfahrens für Versorgungsverträge zwischen Krankenkassen und Pflegediensten für spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)-  Verbesserter Ausbau der SAPV in ländlichen Regionen.
  • Erhöhung des Mindestzuschusses der Krankenkassen zu stationären Kinder- und Erwachsenenhospizen- Verbesserung der finanziellen Ausstattung von stationären Kinder- und Erwachsenen-Hospizen.
  • Berücksichtigung der Sachkosten bei ambulanten Hospizkosten, wobei ebenfalls ein passendes Verhältnis von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern geschaffen werden soll.
  • Kooperationsverträge zwischen Pflegeheimen mit Haus- und Fachärzten zur medizinischen Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sind nicht mehr freiwillig. Es sollen entsprechende Verträge abgeschlossen werden. Die Sterbebegleitung wird ein ausdrücklicher Bestandteil vom Versorgungsauftrag der sozialen Pflegeversicherung.
  • Für Bewohnerinnen und Bewohnern eines Pflegeheimes soll die gesetzliche Grundlage für die Versorgungsplanung einer individuellen und umfangreichen Palliativversorgung geschaffen werden – das Beratungsangebot soll durch die Krankenkassen finanziert werden.
  • Für Palliativstationen sollen auf Wunsch des jeweiligen Krankenhauses, krankenhausindividuelle Entgelte mit der Kostenträgern vereinbart werden – Stärkung der Hospizkultur.
  • Die Krankenkassen werden künftig dazu verpflichtet, eine individuelle Beratung der Versicherten und Hilfestellung der Auswahl und Inanspruchnahme durch unterschiedliche palliative Versorgungsmöglichkeiten zu leisten.

Eine stärkere Miteinbeziehung der Leistungsträger in die Bereiche Beratung und Finanzierung, sehen wir von Amiravita als sehr begrüßenswert an. Dennoch bleibt abzuwarten, wie schnell die Änderungen, nach der geplanten Einführung des Gesetzes zu Beginn des Jahres 2016, in Kraft treten werden und ob die angestrebten Ziele erreicht werden können. Es ist zu hoffen, dass der Zugang zu den Beratungsangeboten möglichst barrierefrei gestaltet wird und in der praktischen Umsetzung keine bürokratischen Hürden bestehen.

Oft handelt es sich bei der Begleitung in der letzten Lebensphase um eine Situation, die für den Betroffenen und das bestehende Umfeld  plötzlich auftritt und eine große Belastung mit sich bringt. Ein einfühlsamer und unterstützender Umgang seitens der Leistungserbringer durch entsprechend qualifizierte Ansprechpartner muss somit eine Grundvoraussetzung darstellen.

Um den Betroffenen beizustehen, bietet das Team von Amiravita unseren Kunden bereits heute eine individuelle Beratung rund um das Thema palliative Versorgungsmöglichkeiten an. Wir stehen den Angehörigen der sterbenden Person durch eine qualitativ hochwertige Beratung in dieser schweren Phase als Ansprechpartner zur Seite. Außerdem ermöglichen wir eine psychologische Begleitung, um die Betroffenen in dieser Situation professionell zu unterstützen.

Das Internet als Informationsquelle für pflegende Angehörige gewinnt an Bedeutung

Das Internet hat für pflegende Angehörige zunehmen an Bedeutung gewonnen. Dies wird durch eine aktuelle Pflegestudie der Techniker Krankenkasse belegt, bei der mehr als 1.000 pflegende Angehörige persönlich interviewt wurden. Hierbei nutzen 51 Prozent der Befragten  das Internet regelmäßig, wobei der Anteil an Männern mit 61 Prozent etwas höher ist als der Anteil der Frauen mit 48 Prozent. Besonders bemerkenswert ist, dass 68 Prozent der Befragten das Internet gezielt nutzen, um sich rund um das Thema Pflege zu informieren, wobei kein bestimmter Altersdurchschnitt besteht. Zudem nimmt die Bedeutung des Internets als Informationsquelle für die pflegenden Angehörigen mit der Höhe der Pflegestufe zu. Je höher die Pflegestufe, desto höher die Nutzung (Quelle: Studie TK, März 2015).

Die Bedeutung von aussagekräftigen und aktuellen Informationen aus dem Internet wir somit immer größer. Es gibt im Internet zahlreiche Seiten und Portale, die Informationen zum Thema Pflege enthalten. Leider ist es für die Nutzer nicht immer leicht zu erkennen, ob es sich um aktuelle und von Experten verfasste Informationen handelt. Auch die Verständlichkeit bei den teilweise sehr komplexen Pflege-Themen ist nicht immer gegeben. Zudem sind die Informationen auf vielen Internetseiten nicht vollständig oder auf eine Thematik beschränkt.

Die Amiravita hat daher einen Online Pflege-Ratgeber durch Experten entwickelt, der einfach strukturiert, umfassend und stets aktuell ist. Arbeitgeber können diesen Online Pflege-Ratgeber ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, damit sich die Internetrecherche für Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Angehörigen effizient und hilfreich gestaltet.

Weitere Informationen finden Sie auf www.amiravita.de

Nach Einführung der Pflegereform am 1.1.2013: Erhöhte Leistungen bringt einigen Betroffenen Entlastung aber weitere Verbesserungen sind notwendig

Seit dem 1. Januar 2013 gelten die Neuregelungen nach dem Pflegeneuausrichtungsgesetz. Das Kernstück der Pflegereform sind die verbesserten Leistungen für Demenzkranke in der häuslichen Pflege. Demnach erhalten Menschen mit sogenannter eingeschränkter Alltagskompetenz, zusätzlich zu dem bisherigen Betreuungsgeld, auch Sach- oder Geldleistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. So bekommen demenzkranke Menschen, die von Angehörigen gepflegt werden, ein Pflegegeld in Höhe von 120 Euro pro Monat – auch wenn keine Pflegestufe vorliegt. Wird ein Pflegedienst in Anspruch genommen, werden dafür 225 Euro von der Pflegekasse monatlich zur Verfügung gestellt. Liegt zusätzlich eine Pflegestufe 1 oder 2 vor, stehen Demenzkranken erhöhte Leistungen zu.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Pflegende mit demenzkranken Angehörigen durch die erhöhten finanziellen Leistungen durch die Pflegereform eine große Entlastung erfahren. Sie können Unterstützung in Anspruch nehmen, die sie vorher nicht bezahlen konnten. Für einzelne ist es besonders wichtig, auch mal eine Auszeit von den Pflegetätigkeiten zu  haben. Die Leistung „Verhinderungspflege“ ist für solche Situationen vorgesehen. Sie kann jetzt auch ohne Pflegestufe in Anspruch genommen werden. Einige pflegende Angehörige sind damit in der Lage, eine Ersatzpflegeperson für bestimmte Zeiten zu organisieren.

Um grundlegende und nachhaltige Verbesserungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige herbeizuführen, reichen die bisherigen Neuregelungen der Pflegereform allerdings nicht aus. Vor allem pflegende Angehörige benötigen zunehmend Unterstützung, um die anstrengende Pflege langfristig gewährleisten zu können. Problematisch ist zudem, dass die Aufklärung und das Wissen über die neuen Leistungen der Pflegereform nicht hinreichend sind. Viele pflegende Angehörige und Betroffene wissen nicht, dass sie eigentlich Anspruch auf die erhöhten Leistungen haben und gehen im Zweifel leer aus.

Unterstützende Angebote, wie zum Beispiel Tagespflegeeinrichtungen oder Kurzzeitpflegen, schaffen bereits eine gute Grundlage, um den zunehmenden Bedarf an Betreuung und Pflege zu decken. Was fehlt, sind Pflegekräfte die eine qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung gewährleisten können. Immer weniger Männer und Frauen sind bereit, einen Beruf in der Pflege zu erlernen. Eine Aufwertung des Pflegeberufs ist zur (Neu-) Gewinnung qualifizierter Pflegekräfte daher unumgänglich.

Familienpflegezeit wird kaum in Anspruch genommen

Die Anfang 2012 eingeführte Pflegezeit für Familien findet bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern kaum Anklang. Weniger als 200 Mitarbeiter haben das Angebot zu einer Auszeit für die Pflege von Angehörigen in den ersten zwölf Monaten genutzt.

Das ursprüngliche Ziel der Familienpflegezeit ist, Arbeitnehmern zu ermöglich,  sich besser um Pflegebedürftige in der Familie kümmern zu können und so Familie und Beruf besser zu vereinbaren.

Betrachtet man die über 4 Millionen Pflege- und Hilfsbedürftigen die zu Hause oder von ambulanten Pflegediensten versorgt werden, erscheint die Pflegezeit für Angehörige eine sinnvolle Idee zu sein.

Ganz offensichtlich sind die Bedingungen der Familienpflegezeit nicht attraktiv genug, um viele Nutzer zu werben – weder unter den Arbeitgebern noch unter den Arbeitnehmern: Es gibt sehr viele pflegende Angehörige, die gerne mehr Zeit für ihre pflegebedürftigen Verwandten hätten. Aber für viele pflegende Angehörige ist es nicht ausreichend, wenn sie über mehrere Jahre nur einen Teil ihres Lohns erhalten. Sie können sich die Familienpflegezeit aus finanziellen Gründen nicht leisten. Für Arbeitgeber stellt der administrative Aufwand eine Hürde dar. Einige Unternehmen entwickeln ihre eigenen Programme und verzichten auf die Hilfe vom Staat.

Auch wenn die Intention, eine Familienpflegezeit einzuführen, gut war, wurden die Ziele leider nicht erreicht.

Was ist die Familienpflegezeit?

Laut Gesetz können Beschäftigte ihre Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren, um pflegebedürftige Angehörige zu versorgen. Während dieser Zeit zahlt der Arbeitgeber ein höheres Gehalt, also eine Art Lohnvorschuss, der nach dem Ende der Pflegezeit wieder ausgeglichen wird. Bisher konnten sich Arbeitnehmer zwar auch eine Auszeit von bis zu sechs Monaten für die Pflege nehmen, allerdings nur bei komplettem Gehaltsverzicht.

Das „Jahr der Pflege“ – was hat es bewirkt?

Das Jahr 2011

Es war Ende 2010, als Philipp Rösler, damals noch Bundesgesundheitsminister, verspricht: „Wir wollen das Jahr 2011 zum politischen Pflegejahr in der Koalition machen“.  Dieses Ziel übernahm auch Daniel Bahr, als er am 12. Mai 2011 neuer Bundesgesundheitsminister wurde und damit Philipp Rösler ablöste.

Es ist zwar einiges passiert im „Jahr der Pflege“, aber die Erwartungen von Sozialverbänden und auch die von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen wurden enttäuscht.

Immerhin wurde die Pflege-Reform auf den Weg gebracht, die bessere Leistungen für Demenzkranke vorsieht.
Außerdem hat die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die sogenannte Familienpflegezeit eingeführt, die wir in unserem letzten Blog-Beitrag kommentiert haben.

Zwei in 2011 veröffentlichte Studien haben das Thema Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in die Medien gebracht: Die Universität Münster und die Steinbeis-Hochschule haben festgestellt, dass die Unvereinbarkeit von Pflege und Beruf über 19 Milliarden vermeidbare Kosten in deutschen Unternehmen verursacht. Eine zweite Studie der Hertie-Stiftung zeigte, dass über 60% der Arbeitgeber das Thema Pflege und Beruf ignorieren.

Für 2012 stellen sich die Fragen: wie wird die Pflege-Reform ausgestaltet und was bringt die Familienpflegezeit wirklich?
Zeigen die veröffentlichten Studien zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf Auswirkungen bei Arbeitgebern?

Ausgestaltung der Pflege-Reform

Künftig sollen Demenzkranke, die keine Pflegestufe haben, mehr Leistungen erhalten. Vorgesehen ist zurzeit, das sogenannte Betreuungsgeld für Demenzerkrankte von heute 100 Euro pro Monat (200 EUR bei erhöhtem Betreuungsbedarf) auf künftig 220 (bzw. 320) Euro zu erhöhen. Wenn das Betreuungsgeld für einen Pflegedienst verwendet wird  können bald 325 Euro (bzw. 425 Euro) pro Monat in Anspruch genommen werden.

Zusätzlich dazu sollen bei Demenzkranken in Pflegestufe 1 und 2, die zu Hause betreut werden, die monatlichen Sätze um 70 beziehungsweise um 85 Euro steigen. Wird der Pflegebedürftige von einem Pflegedienst betreut, sollen die Sätze in diesen Stufen um 215 beziehungsweise um 150 Euro steigen. In der Pflegestufe 3 sind keine Änderungen geplant.

Grundsätzlich ist es positiv, dass sich die Leistungen für Demenzkranke erhöhen. Verbände und Opposition kritisieren die geplanten Erhöhungen allerdings als völlig unzureichend.
Eine neue Definition der Pflegebedürftigkeit, die Demenzerkrankungen mit einschließt, wird gefordert und stellt sicherlich die ideale Lösung für Demenzkranke dar, würde allerdings auch noch deutlich mehr Kosten für das Pflegesystem verursachen.

Resonanz auf die Familienpflegezeit

Wir haben die Familienpflegezeit mit ihren Vor- und Nachteilen in unserem letzten Blog-Beitrag diskutiert.
Hinzuzufügen ist noch, dass von Seiten der Unternehmen bis jetzt eine sehr verhaltene Nachfrage nach der Familienpflegezeit herrscht. Gerade der Mittelstand sieht sich mit zu großen finanziellen Hürden konfrontiert.

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Es ist noch zu früh, um festzustellen, ob die erhöhte mediale Aufmerksamkeit zum Thema Pflege und Beruf bei Arbeitgebern etwas bewirkt hat.
Bei Gesprächen mit Personalverantwortlichen von Unternehmen in Deutschland stellen wir allerdings ein wachsendes Interesse an dem Thema fest.
Immer mehr Gleichstellungsbeauftragte und Personalabteilungen haben das Thema Vereinbarkeit von Pflege und Beruf auf ihrer Agenda für dieses Jahr stehen und immer mehr berichten, dass sich die Fälle von Mitarbeitern mit pflegebedürftigen Angehörigen häufen.
So sind wir optimistisch, dass sich im Jahr 2012 eine große Anzahl an Arbeitgebern dazu entschließen wird, Unterstützungsangebote für ihre Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Angehörigen anzubieten.
Davon würden alle: die Mitarbeiter, die pflegebedürftigen Angehörigen, die Unternehmen und die Gesellschaft profitieren.

Familienpflegezeit möglich ab 01.01.2012

In den letzten Wochen haben Bundestag und Bundesrat dem Gesetz zur „Familienpflegezeit“ zugestimmt, das nun am 1.1.2012 in Kraft tritt.

Was ist die Familienpflegezeit?

Eine Familienpflegezeit kann von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Anspruch genommen werden, wenn sie sich über eine längere Zeit um pflegebedürftige Angehörige kümmern müssen oder möchten.

Die Angestellten haben in diesem Fall die Möglichkeit, ihre Arbeitsstunden über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren zu reduzieren. Sie müssen allerdings im Jahresdurchschnitt mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten.

Die Gehaltszahlung reduziert sich nicht um den gleichen Anteil, sondern nur um die Hälfte des Anteils. Das bedeutet, dass sich das Gehalt z.B. nur um 25% reduziert, wenn die Anzahl der Arbeitsstunden um 50% reduziert werden (bzw. nur um 20% wenn die Arbeitszeit um 40% reduziert wird).

Nach der Familienpflegezeit arbeitet die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer wieder zu 100%, bekommt aber so lange das reduzierte Gehalt bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen ist.

Wie wird die Familienpflegezeit finanziert?

Arbeitgeber bekommen ein zinsloses Darlehen vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, das jeden Monat die zusätzlichen Kosten deckt, die dem Arbeitgeber entstehen, weil den Arbeitnehmern in Familienpflegezeit mehr Stunden gezahlt werden als sie tatsächlich arbeiten. Dieses Darlehen muss nach Beendigung der Familienpflegezeit in monatlichen Raten zurückgezahlt werden.

Die finanziellen Mittel werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig müssen die Arbeitnehmer, die die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen, eine Familienpflegezeit-Versicherung abschließen und monatliche Beiträge zahlen (die Höhe ist noch nicht bekannt). Diese Versicherung soll garantieren, dass dem Arbeitgeber keine Verluste entstehen, wenn die Arbeitnehmer aufgrund von Berufsunfähigkeit oder Tod nach der Familienpflegezeit nicht in ihren Beruf zurückkehren können.

Was sind die Voraussetzungen für eine Familienpflegezeit?

Arbeitnehmer müssen bei ihrem Arbeitgeber eine Familienpflegezeit beantragen. Arbeitgeber sind nicht gesetzlich verpflichtet, eine Familienpflegezeit zu gewährleisten.

Arbeitnehmer müssen außerdem nachweisen, dass ihr Angehöriger pflegebedürftig ist. Den pflegebedürftigen Angehörigen muss also eine Pflegestufe vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zugesprochen worden sein. Während der Familienpflegezeit dürfen Arbeitnehmer nicht kündigen.

Arbeitgeber müssen einen Antrag auf das zinslose Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben stellen.

Hilft die Familienpflegezeit bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf?

Die Familienpflegezeit ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu ermöglichen.Wir hoffen, dass vielen Menschen durch dieses Gesetz ermöglicht wird, sich wenigstens eine Zeit lang um ihre Angehörigen zu kümmern ohne ihren Beruf aufgeben zu müssen.Es ist allerdings auch klar, dass dieses Gesetz noch lange nicht ausreicht, um dem Großteil der Menschen, die sich um pflegebedürftige Angehörige sorgen, maßgeblich zu helfen.

Auch in diesem Gesetz werden leider wieder nur Pflegebedürftige berücksichtigt, die eine Pflegestufe haben.  Das heißt den 2,7 Millionen unterstützungsbedürftigen Menschen, die keine Pflegestufe haben, – darunter viele Demenzkranke – bringt dieses Gesetz keine Entlastung. Positiv ist, dass das Thema Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in der Politik viel diskutiert wird und offensichtlich viele Politiker verstanden haben, dass in diesem Bereich dringend etwas verändert werden muss.

So hoffen wir auf weitere gesetzliche Veränderungen, die sowohl Arbeitgebern als auch pflegenden Angehörigen die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf deutlich erleichtern.