Verbesserungen durch die Pflegereform

Um eine Verbesserung der Pflegesituation in Deutschland zu erreichen, hat die Bunderegierung das Thema Pflege als einen wichtigen Schwerpunkt benannt Es sollen insgesamt fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr zur Verfügung gestellt werden, wodurch die Leistungen für Pflegebedürftige verbessert werden können.

Bereits im Januar 2015 soll die erste Stufe der Pflegereform in Kraft treten, die mehr Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit sich bringen wird. Um die Leistungsverbesserung zu finanzieren soll der Beitragssatz der Pflegeversicherung parallel in einem ersten Schritt um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent und 2,6 Prozent für Kinderlose ansteigen. Die vorgesehenen Leistungsverbesserungen werden mit den Einnahmen aus 0,2 Prozentpunkten (2,4 Milliarden Euro jährlich) finanziert. Davon fließen 1,4 Milliarden Euro in Verbesserungen für die Pflege zu Hause und 1 Milliarde Euro stehen für Verbesserungen in Pflegeheimen zur Verfügung. Außerdem wird ein Pflegevorsorgefonds angelegt, welcher einen künftigen Beitragsanstieg abmildern soll, wenn die geburtenstarken Jahrgänge – etwa ab dem Jahr 2030 – das Pflegealter erreichen.

Im Rahmen der zweiten Stufe werden die Beiträge zur Pflegeversicherung nochmals um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Durch diese beiden Beitragssatzerhöhungen stehen insgesamt fast fünf Milliarden Euro mehr für Verbesserungen der Pflegeleistungen zur Verfügung. Die Leistungen der Pflegeversicherung können dadurch um etwa 20 Prozent ausgeweitet werden.

Um die Veränderungen umzusetzen, soll eine Änderung von bestehenden Strukturen erfolgen. Diesbezüglich erfolgte bereits im Juni 2013 eine konkrete Ausgestaltung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes in Deutschland. Diese sieht mitunter vor, dass das bisherige System von drei Pflegestufen durch fünf „Pflegegrade“ ersetzt wird. Neben körperlichen Einschränkungen werden auch Einschränkungen einbezogen, die etwa bei Demenzkranken häufig vorkommen, was dazu beitragen soll, dass der individuelle Unterstützungsbedarf jedes Pflegebedürftigen besser erfasst wird. Um das neue Begutachtungsverfahren wissenschaftlich zu überprüfen wurde seitens des BMG im April 2014 die Zustimmung für eine Erprobungsphase mit zwei Modellprojekten gegeben. Nachdem das Personal des MDK angemessen geschult wurde, sollen die neue Form der Begutachtung in allen Bundesländer erprobt werden. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff soll bereits in dieser Legislaturperiode eingeführt werden.

Auch wenn die geplanten Veränderungen durchaus als positiv zu bewerten sind, ist es fraglich, ob die für die Realisierung notwendigen Aktivitäten durch die Bundeländer zeitnah erfolgen werden. Bereits während der letzten Pflegereformen wurde die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes angekündigt, was Zweifel daran aufkommen lässt ob die Einführung im Verlauf dieser Legislaturperiode tatsächlich umgesetzt wird. Des Weiteren ist zu befürchten, dass die Vielzahl der Leistungen und die diversen Kombinations- und Abrechnungsmöglichkeiten aufgrund ihrer Komplexität sowohl Anbieter als auch potenzielle Nutzer abschrecken könnte. Nicht außer Acht zu lassen ist zudem der organisatorische Aufwand zur Umstellung auf die neuen Regelungen, der für die Pflegeanbieter hohe Belastungen bedeutet.

Abschließend ist somit festzuhalten, dass es richtig und notwendig ist, neue Leistungen für Pflegebedürftige einzuführen. Welche Leistungen genau die neue Pflegereform mit sich bringt, wird hier demnächst vorgestellt werden. Die Vorgehensweise zur Einführung der neuen Regelungen sollte optimiert werden, um die Reformen zeitnah umzusetzen und auch den Umstellungsaufwand zu minimieren.

Mehr Transparenz bei Pflegeheimen in 2014

Einige Änderungen durch das Pflegeneuausrichtungsgesetz,das zu großen Teilen bereits im letzten Jahr in Kraft getreten ist, sind erst im Jahr 2014 wirksam geworden. Es handelt sich um Änderungen, die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen künftig mehr Transparenz in Bezug auf die Auswahl eines Pflegheims bieten.

Hiernach sind vollstationäre Einrichtungen seit Beginn des Jahres dazu verpflichtet, im Anschluss an eine Regelprüfung  darüber zu informieren, wie die ärztliche, fachärztliche und zahnärztliche Versorgung sowie die Versorgung mit Arzneimitteln in dem Pflegeheim geregelt sind. Zudem sollen die Einrichtungen darauf hinweisen, ob Kooperationsvereinbarungen mit Ärzten und Apotheken bestehen oder ob eine Einbindung in ein Ärztenetz besteht.

Diese Informationen können für die Betroffenen wichtige Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Heimplatzes darstellen, da neben der kontinuierlichen Versorgung durch einen Hausarzt die Möglichkeit einen Facharzt zeitnah zu konsultieren von entscheidender Bedeutung ist.

Die Pflegekassen sind in diesem Kontext laut Gesetz dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass die genannten Informationen künftig in einer leicht verständlichen und übersichtlichen Form abgerufen werden können.

Die Transparenz zur Qualität von Pflegeanbietern in Deutschland ist nach wie vor sehr begrenzt. Deswegen ist jeder weitere Schritt zu mehr Transparenz ein wichtiger. Trotz allem müssen in Zukunft noch weitere Maßnahmen eingeführt werden, damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen eine bessere Einsicht in die Qualität der Pflegeanbieter erhalten. Das wird auch dazu führen, dass sich die Qualität in Pflegeeinrichtungen erhöht.

Erfolgsfaktor Familie

Als eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages versteht sich das bundesweite Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ als eine Plattform für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, die sich für eine familienbewusste Personalpolitik interessieren, oder sich bereits dafür einsetzen.

Immer mehr große und kleine Unternehmen entscheiden sich dazu, ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Das Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ möchte diese Unternehmen durch eine Mitgliedschaft motivieren und das Thema Familienfreundlichkeit in der Öffentlichkeit stärker in den Fokus rücken.

Mitglieder des Netzwerks können zum Beispiel auf Informationen und Ansprechpartner rund um das Thema  familienbewusste Personalpolitik zurückgreifen und Ideen und Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf austauschen. Relevante Themen sind zum Beispiel betriebliche Kinderbetreuung oder die Gestaltung familienbewusster Arbeitszeiten.

Besonders das Thema Pflege und Beruf, welches bei vielen Unternehmen noch ein Tabu-Thema ist, wird durch eine Kommunikation innerhalb des Netzwerks stärker in das Bewusstsein der Unternehmen gerückt. Außerdem können Unternehmen innerhalb des Netzwerks auf zahlreiche Anregungen und Informationen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zugreifen.

Auch im Hinblick auf den Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte spielt Familienfreundlichkeit eine große Rolle. Eine Mitgliedschaft bei Erfolgsfaktor Familie ermöglicht den Unternehmen, sich gegenüber qualifizierten Arbeitnehmern zur Familienfreundlichkeit zu bekennen.

Kostenlos Mitglied werden können alle Unternehmen, die sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen und sich selbst zu einer familienfreundlichen Personalpolitik bekennen. Aktuell hat das Netzwerk knapp 4.800 Mitglieder deutschlandweit.

Nach Einführung der Pflegereform am 1.1.2013: Erhöhte Leistungen bringt einigen Betroffenen Entlastung aber weitere Verbesserungen sind notwendig

Seit dem 1. Januar 2013 gelten die Neuregelungen nach dem Pflegeneuausrichtungsgesetz. Das Kernstück der Pflegereform sind die verbesserten Leistungen für Demenzkranke in der häuslichen Pflege. Demnach erhalten Menschen mit sogenannter eingeschränkter Alltagskompetenz, zusätzlich zu dem bisherigen Betreuungsgeld, auch Sach- oder Geldleistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. So bekommen demenzkranke Menschen, die von Angehörigen gepflegt werden, ein Pflegegeld in Höhe von 120 Euro pro Monat – auch wenn keine Pflegestufe vorliegt. Wird ein Pflegedienst in Anspruch genommen, werden dafür 225 Euro von der Pflegekasse monatlich zur Verfügung gestellt. Liegt zusätzlich eine Pflegestufe 1 oder 2 vor, stehen Demenzkranken erhöhte Leistungen zu.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Pflegende mit demenzkranken Angehörigen durch die erhöhten finanziellen Leistungen durch die Pflegereform eine große Entlastung erfahren. Sie können Unterstützung in Anspruch nehmen, die sie vorher nicht bezahlen konnten. Für einzelne ist es besonders wichtig, auch mal eine Auszeit von den Pflegetätigkeiten zu  haben. Die Leistung „Verhinderungspflege“ ist für solche Situationen vorgesehen. Sie kann jetzt auch ohne Pflegestufe in Anspruch genommen werden. Einige pflegende Angehörige sind damit in der Lage, eine Ersatzpflegeperson für bestimmte Zeiten zu organisieren.

Um grundlegende und nachhaltige Verbesserungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige herbeizuführen, reichen die bisherigen Neuregelungen der Pflegereform allerdings nicht aus. Vor allem pflegende Angehörige benötigen zunehmend Unterstützung, um die anstrengende Pflege langfristig gewährleisten zu können. Problematisch ist zudem, dass die Aufklärung und das Wissen über die neuen Leistungen der Pflegereform nicht hinreichend sind. Viele pflegende Angehörige und Betroffene wissen nicht, dass sie eigentlich Anspruch auf die erhöhten Leistungen haben und gehen im Zweifel leer aus.

Unterstützende Angebote, wie zum Beispiel Tagespflegeeinrichtungen oder Kurzzeitpflegen, schaffen bereits eine gute Grundlage, um den zunehmenden Bedarf an Betreuung und Pflege zu decken. Was fehlt, sind Pflegekräfte die eine qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung gewährleisten können. Immer weniger Männer und Frauen sind bereit, einen Beruf in der Pflege zu erlernen. Eine Aufwertung des Pflegeberufs ist zur (Neu-) Gewinnung qualifizierter Pflegekräfte daher unumgänglich.

Amiravita fordert mehr Unterstützung für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf durch die Politik

Die Familienpflegezeit hat keine Entlastung für Arbeitnehmer mit pflegebedürftigen Angehörigen gebracht. Das Freistellungs-Modell, das seit Januar 2012 besteht, ist weder für Arbeitgeber noch für betroffene Arbeitnehmer attraktiv, so dass weniger als 200 Unternehmen die Familienpflegezeit in den ersten 12 Monaten eingeführt haben.

Neue Maßnahmen seitens der Politik, die die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglichen, sind deswegen dringend notwendig.

Im Rahmen des Demografiegipfels, der im Mai in Berlin stattfand, regte SPD-Vize-Chefin Manuela Schwesig eine verbesserte Familienpflegezeit an. In Anlehnung an die Elternzeit soll es auch eine bezahlte Familienpflegezeit geben, so Manuela Schwesig.

Die SPD entwickelt derzeit ein sogenanntes 1000-Stunden-Modell, nachdem für entgangenen Lohn ein finanzieller Ausgleich geschaffen werden soll. Angehörige könnten so eine bestimmte Zeit pflegen, und würden vom Staat auch eine finanzielle Unterstützung erhalten.

„Wir sehen das Problem des entgangenen Lohns als ein großes Hindernis zur Inanspruchnahme der Familienpflegezeit“, sagt auch Dr. Nicola Rodewald von Amiravita. Eine Förderung durch den Staat, um den Lohnausfall zu begleichen, ist deswegen eine notwendige Maßnahme, um zu gewährleisten, dass sich auch Berufstätige um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern können. „Das  deutsche Gesundheitssystem ist auf die Mithilfe und Pflege durch Angehörige angewiesen. Anders kann der steigende Pflegebedarf in Deutschland überhaupt nicht abgedeckt werden“, ergänzt Rodewald.

Steigerung des Familienbewusstseins bei deutschen Arbeitgebern

Eine Wiederholungsbefragung zum berufundfamilie-Index zeigt: das betriebliche Familienbewusstsein der deutschen Unternehmen ist seit 2007 gestiegen.

Im Jahr 2007 ergab der Indexwert für das Familienbewusstsein nach einer Umfrage unter rund 1.000 Unternehmen 63 Punkte, wobei 100 Punkte „sehr familienbewusst“ bedeutet. Im März 2013 ist der Punktwert bereits auf 67 Indexpunkte gestiegen.

Zurückzuführen ist die Steigerung des Familienbewusstseins auf eine Einsicht der Unternehmen, dass eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie notwendig ist und zur langfristigen Zufriedenheit der Mitarbeiter beiträgt. Mitarbeiter von Unternehmen, die sich gezielt dem Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf widmen, weisen im Vergleich zum Durchschnitt aller Unternehmen eine 14 Prozent höhere Motivation auf, sowie eine 13 Prozent höhere Produktivität. Ein hohes betriebliches Familienbewusstsein senkt die Fehlzeiten- und Krankheitsquote und trägt zu einer höheren Qualität der Bewerber und Bewerberinnen bei.

Viele Unternehmen sind sich bereits der positiven Effekte auf wesentliche betriebswirtschaftliche Kennzahlen bewusst. Allerdings zeigt der ermittelte Indexwert von 67, dass es noch viel Luft nach oben gibt. Noch nicht alle Arbeitgeber haben das Potenzial einer familienfreundlichen Personalpolitik erkannt. Vorallem die Unterstützung von Mitarbeitern mit pflegebedürftigen Angehörigen (Eldercare) wird noch in wenigen Unternehmen aktiv umgesetzt. Umso mehr freut es uns, dass wir mit unseren innovativen Dienstleistungsangeboten zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf unsere Kunden bei diesem wichtigen Thema  im Rahmen der Familienfreundlichkeit unterstützen können.

Was ist der berufundfamilie-Index?

Der berufundfamilie-Index bietet Arbeitgebern die Möglichkeit, das Familienbewusstsein ihres Unternehmens zu messen und mit anderen zu vergleichen. Ein Index von 0 bedeutet „gar nicht familienbewusst“ und ein Index von 100 „sehr familienbewusst“. Entwickelt wurde dieses Bewertungssystem vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP)  im Auftrag der berufundfamilie gGmbH und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Familienpflegezeit wird kaum in Anspruch genommen

Die Anfang 2012 eingeführte Pflegezeit für Familien findet bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern kaum Anklang. Weniger als 200 Mitarbeiter haben das Angebot zu einer Auszeit für die Pflege von Angehörigen in den ersten zwölf Monaten genutzt.

Das ursprüngliche Ziel der Familienpflegezeit ist, Arbeitnehmern zu ermöglich,  sich besser um Pflegebedürftige in der Familie kümmern zu können und so Familie und Beruf besser zu vereinbaren.

Betrachtet man die über 4 Millionen Pflege- und Hilfsbedürftigen die zu Hause oder von ambulanten Pflegediensten versorgt werden, erscheint die Pflegezeit für Angehörige eine sinnvolle Idee zu sein.

Ganz offensichtlich sind die Bedingungen der Familienpflegezeit nicht attraktiv genug, um viele Nutzer zu werben – weder unter den Arbeitgebern noch unter den Arbeitnehmern: Es gibt sehr viele pflegende Angehörige, die gerne mehr Zeit für ihre pflegebedürftigen Verwandten hätten. Aber für viele pflegende Angehörige ist es nicht ausreichend, wenn sie über mehrere Jahre nur einen Teil ihres Lohns erhalten. Sie können sich die Familienpflegezeit aus finanziellen Gründen nicht leisten. Für Arbeitgeber stellt der administrative Aufwand eine Hürde dar. Einige Unternehmen entwickeln ihre eigenen Programme und verzichten auf die Hilfe vom Staat.

Auch wenn die Intention, eine Familienpflegezeit einzuführen, gut war, wurden die Ziele leider nicht erreicht.

Was ist die Familienpflegezeit?

Laut Gesetz können Beschäftigte ihre Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren, um pflegebedürftige Angehörige zu versorgen. Während dieser Zeit zahlt der Arbeitgeber ein höheres Gehalt, also eine Art Lohnvorschuss, der nach dem Ende der Pflegezeit wieder ausgeglichen wird. Bisher konnten sich Arbeitnehmer zwar auch eine Auszeit von bis zu sechs Monaten für die Pflege nehmen, allerdings nur bei komplettem Gehaltsverzicht.

Überlastung durch Pflege

Immer mehr Menschen in Deutschland kümmern sich mit enormen Mühen um ihre Angehörigen. Besonders Frauen  klagen über eine Überlastung durch Pflege.  Schon heute gibt es rund zehn Millionen Menschen in Deutschland mit einem Pflegefall in der Familie. In den kommenden fünf bis zehn Jahren wird dies auf rund 27 Millionen Bürger zutreffen. Das geht aus einer Allensbach-Umfrage im Auftrag der R + V Versicherung hervor.

Die Kernergebnisse der Studie haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst:

  • Häufig findet die Pflege innerhalb der Familie statt. 62% der Menschen, die pflegebedürftige Angehörige haben, kümmern sich selbst um die Betreuung und Pflege der Angehörigen.
  • Von den rund 6 Millionen Pflegenden sind zwei Drittel Frauen.
  • Ein Großteil der pflegenden Frauen ist dabei entweder allein oder zu großem Teil für die Pflege zuständig.
  • 67 % der pflegenden Frauen fühlen sich stark oder sehr stark psychisch, 46 % stark oder sehr stark körperlich belastet.
  • Die Hälfte der pflegenden Frauen haben es zudem mit einem schweren oder sehr schweren Pflegefall zu tun.
  • Insgesamt sind 76 % der Deutschen der Meinung, dass Pflege und Beruf nicht gut zu vereinbaren sind.
  • Pflegende Angehörige können aufgrund der Pflege eines Angehörigen häufig nur einem Teilzeit-Job nachgehen oder sind gar nicht erwerbstätig.
  • 70 % der pflegenden Angehörigen machen sich Sorgen darüber, wie sich die zukünftige Situation entwickeln wird, mehr als die Hälfte der Befragten befürchten der Belastung durch die Pflege nicht mehr gewachsen zu sein.

Die Ergebnisse der Allensbach-Umfrage zeigen deutlich die zunehmende Belastung pflegender Angehöriger. Insbesondere Frauen sind gefährdet durch die anstrengende Pflege selbst zu erkranken und zum vorübergehenden Krankheitsfall zu werden. Angesichts dessen,  dass die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren rasant steigen wird, ist hier dringender Handlungsbedarf zur Entlastung der pflegenden Angehörigen gefordert.

Mitgliederbefragung des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“

Im September 2012 hat das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ eine Mitgliederbefragung zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie durchgeführt.

Wir haben für Sie die wichtigsten Ergebnisse der Befragung zusammengestellt:

  • Die häufigsten Maßnahmen die bei den Mitgliedsunternehmen von Erfolgsfaktor Familie durchgeführt werden, liegen im Bereich der Arbeitszeitgestaltung, wobei die Teilzeitarbeit mit 86 Prozent den größten Anteil einnimmt.
  • 73 Prozent der Unternehmen bieten individuell vereinbarte Arbeitszeiten und
  • 42 Prozent geben ihren Mitarbeitern Zeit für familienbewusste Besprechungszeiten.
  • Ein Drittel der befragten Unternehmen ermöglichen betriebliche Kinderbetreuung zur Entlastung der Mitarbeiter.
  • Angebote zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf (Eldercare) sind dagegen mit 25 Prozent noch nicht so stark vertreten. Allerdings sind sich 65 Prozent der Unternehmen der Bedeutung des Themas Pflege und Beruf (Eldercare) bewusst und der Meinung, dass dieses Thema in den nächsten Jahren immer wichtiger wird.
  • Zudem gaben 66 Prozent an, dass die Nachfrage der Mitarbeiter zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ansteigt.

Außerdem geben viele Unternehmen an, dass die Kommunikation ihrer familienfreundlichen Maßnahmen verbessert werden muss. Obwohl zahlreiche Maßnahmen in den Unternehmen angeboten werden, sind diese unter den Mitarbeitern oft nicht ausreichend bekannt.

Die Ergebnisse der Befragung des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ zeigen deutlich den wachsenden Bedarf an Angeboten zu familienfreundlichen Maßnahmen in Unternehmen.

Besonders die wachsende Nachfrage nach Angeboten zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf steht bisher noch einem mangelnden Angebot seitens der Unternehmen gegenüber.Im Hinblick auf die wachsende Anzahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland sind die Unternehmen gefordert, sich stärker dem Thema Pflege zu widmen und neue Angebote für ihre Mitarbeiter zu schaffen.

Studie Monitor Familienleben 2012

Die Deutschen sehen die Unternehmen und den Staat gleichermaßen gefordert, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Das geht aus der Studie “Monitor Familienleben 2012″ hervor, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums vom Allensbach-Institut erstellt wurde.

Wir haben für Sie die Kernergebnisse zusammengefasst:

  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt eine der wichtigsten Aufgaben der Familienpolitik. Über 87 Prozent der Bevölkerung finden diese Aufgabe wichtig oder sehr wichtig.
  • 69 Prozent der Befragten sind der Ansicht, Staat und Unternehmen seien gleichermaßen in der Pflicht, eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.
  • Über 89 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass ein familienfreundlicher Betrieb vor allem flexible Arbeitszeiten bereithalten sollte.
  • 68 Prozent der Befragten wünschen sich Unterstützung durch die Politik für die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause.
  • 57 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass ein familienfreundlicher Betrieb die Betreuung und Pflege von Familienangehörigen ermöglichen sollte.
  • 61 Prozent der Befragten wünschen sich, dass ihr Betrieb eine eigene Kinderbetreuung für die Mitarbeiter anbietet.

Die Ergebnisse des Monitor Familienleben 2012 zeigen sehr deutlich, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht mehr nur die Vereinbarkeit von Beruf und Kind beinhaltet. Auch wenn die Mehrzahl der Bevölkerung sich noch eine weitere Verbesserung der Unterstützung bei dem Thema Beruf und Kind wünscht, so fordern auch schon mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine aktive Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowohl vom Staat als auch von Arbeitgebern.

Nach unseren Erfahrungen mit Unternehmen und betroffenen Mitarbeitern wird besonders die Beratung und Unterstützung bei Pflege-relevanten Themen äußerst positiv wahrgenommen. Durch eine professionelle Pflegeberatung kann zum Beispiel die Chance auf finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse erhöht werden.